Zukunft ist, was wir daraus machen

Zukunft ist, was wir daraus machen

Das vergangene Jahr kann für die gesamte Personaldienstleistungsbranche mit den Schlagworten „AÜG-Reform“ und „Flüchtlingsintegration“ gut und ausdrucksstark beschrieben werden. Eine Herausforderung für alle, die mit Zeitarbeit zu tun haben. Sowohl die Personaldienstleister und Zeitarbeitnehmer als auch die Kundenunternehmen mussten sich unweigerlich mit Begriffen wie Überlassungshöchstdauer, Unterbrechungszeit, Equal-Pay und vor allem deren bürokratischen Folgen auseinandersetzen. Nichts desto trotz verteidigt die Zeitarbeitsbranche mit Recht ihren Stellenwert innerhalb der deutschen Wirtschaft und Bevölkerung.


Die Zeitarbeitsbranche ist ein gutes Sprungbrett, um sich eine Existenz aufzubauen und genau deshalb sehen wir den Begriff „Integration“ aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Einerseits geht es um die Integration von vormals arbeitslosen oder arbeitssuchenden Menschen in den Arbeitsmarkt. Vielen fällt ein Wiedereinstieg nach längerer Pause schwer. Wir bringen die Menschen über die Zeitarbeit mit einem ganz normalen Arbeitsvertrag in das Arbeitsleben zurück und eröffnen ihnen somit neue Chancen. Das eröffnet für die meisten eine neue Existenzgrundlage. Aus den Einsätzen in den Kundenunternehmen folgen dann oft Übernahmen zur Festeinstellung. Doch auch gerade für Ausländer ergeben sich mittels Zeitarbeit gute Möglichkeiten der dauerhaften Integration. Die Gründe für einen Aufenthalt in Deutschland sind sehr unterschiedlich. In der Regel wollen diese Menschen arbeiten, eine Aufgabe haben und ihre Existenz selbst sichern. Ein direkter Einstieg scheitert jedoch oft an der Anerkennung von Abschlüssen, diversen Reglementierungen oder aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse. Hier leistet die Zeitarbeit einen wichtigen Mehrwert, denn die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, in den Unternehmen ihre Fähigkeiten und ihre Motivation unter Beweis zu stellen. Und das meist mit großem Erfolg. Doch damit nicht genug. Durch unser Unternehmen in Breslau lag der Fokus der Personalgewinnung in den vergangenen Jahren auf Arbeits- und Fachkräften aus Polen beziehungsweise Osteuropa. Um eine Anlaufstelle mit kompetentem Personal bieten zu können, haben wir eine Willkommenszentrale aufgebaut. Zwei Ansprechpartnerinnen sprechen polnisch und sind somit oft die erste Kontaktperson für unsere neuen Mitarbeiter in Deutschland. Die umfangreiche Unterstützung reicht von der Organisation der Übernachtungsmöglichkeiten, über die Anmeldung bei der Krankenkasse bis hin zur Begleitung bei Behördengängen und sogar Gesprächen bei persönlichen Problemen. Um den Einstieg zu erleichtern, haben wir einen Willkommensratgeber erstellt. Die bilinguale Broschüre in deutscher und polnischer Sprache beinhaltet unter anderem Informationen zum deutschen Arbeitsrecht, dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz sowie Arbeitsschutz und gibt darüber hinaus nützliche Hinweise zum Leben in Deutschland und Thüringen. Zusätzlich bauen wir die Willkommenszentrale sukzessiv aus. Mit einem gebürtigen Ägypter, der seit einigen Jahren in Thüringen lebt, haben wir einen Mitarbeiter, der uns als Koordinator für die arabisch sprechenden Länder unterstützt. Mit der Willkommenszentrale und dem selbstverfassten Willkommensratgeber sind wir einen weiteren großen Schritt in Richtung Integration gegangen. Zudem planen wir, den Willkommensratgeber in Zukunft auch in anderen Sprachen zu veröffentlichen. Mit aktuell 305 Beschäftigten aus 32 Ländern, viele mit Migrationshintergrund, werden wir zu Recht „Thüringens Integrationsarbeitgeber Nr. 1“ genannt.


Wir sehen uns gerade für das kommende Jahr in der Verantwortung, die weiter bevorstehende Umsetzung der AÜG-Reform für unsere Kundenunternehmen und Mitarbeiter so transparent und verständlich wie möglich zu gestalten, denn „Zukunft ist, was wir daraus machen“. Der eigene Anspruch ist hoch und mit dem Wissen, unsere Basis frühzeitig und intensiv vorzubereitet zu haben, stellen wir uns der Herausforderung, Sozialverträglichkeit und wirtschaftliche Fairness auf dem Arbeitsmarkt weiter voranzutreiben. Das unternehmerische Selbstverständnis hierzu wurde bereits in den vergangenen Jahren aufgebaut und gefestigt. Mit all unseren Bestrebungen verfolgen wir ein Ziel: Wir wollen zufriedene Mitarbeiter und Kunden, die von unserem Unternehmen sowie unseren Dienstleistungen überzeugt sind und das sichtbar nach außen tragen.


Text: Nadja Krebs
Foto: FOTO-ŚWIT Studio Fotograficzne Alicja Kalwe