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„Arbeit und Sprache sind der Schlüssel zu einer gelungenen Integration“

„Arbeit und Sprache sind der Schlüssel zu einer gelungenen Integration“

Mit diesem Zitat eröffnete Minister Lauinger seinen Besuch bei der GeAT – Gesellschaft für Arbeitnehmerüberlassung Thüringen AG am vergangenen Mittwoch, dem 28.11.2018. Im Rahmen seiner ministerialen Tätigkeit im Bereich Migration und Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund sprach der Minister mit Vorstandssprecher Helmut Meyer, den Vorstandsmitgliedern Florian Meyer und Diethard Nolte, der Leiterin des Koordinationsbereiches für ausländische Mitarbeiter/-innen Friederike Reiser sowie dem Leiter der Niederlassung Erfurt Ronny Bliefert und dem Leiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit Thomas Niedermeier. Thematisiert wurden die Vorteile einer gelungenen Integration von Personen mit Migrations- und Fluchthintergrund in den Arbeitsmarkt sowie die Herausforderungen und gesetzlichen Hürden, die die Personaldisponenten und Koordinatoren alltäglich bewältigen.

Minister Lauinger betonte, dass es für ihn wichtig sei, Beispiele aus der Praxis zu erfahren, die nicht nur von den schönen Seiten, sondern auch von Problemen berichten, um sich bei seiner alltäglichen Arbeit derer annehmen zu können. Seine zentrale Fragestellung hierbei lautete „Wo können wir auf Landesebene dazu beitragen, die Integration zu verbessern und ankommenden Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund eine sichere Zukunft und Heimat zu geben?“. Hierbei sind „Arbeit und Sprache der Schlüssel für eine gelungene und funktionierende Integration“, so Minister Lauinger.

Um die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und der Nachfrage nach Fach- und Hilfskräften nachkommen zu können, ist qualifizierte Zuwanderung die Zukunftssicherung für den deutschen Arbeitsmarkt. Hier erfüllt die GeAT AG „eine Brückenfunktion in beide Richtungen“, sagt Friederike Reiser. Die eigenfinanzierte Willkommenszentrale der GeAT AG unterstützt die Bewerber/-innen mit Migrations- und Fluchthintergrund bei sprachlichen, behördlichen und aufenthaltsrechtlichen Fragen sowie die Kundenunternehmen bei der Aufklärung und Einstellung dieser Bewerber/-innen. Um dies zu ermöglichen sind nicht nur fachpraktische Kenntnisse bezüglich der rechtlichen Situation grundlegend sondern auch der soziale Aspekt spielt eine große Rolle: „Ein Stück weit sind wir auch die Erzieher und erste Anlaufstelle bei Problemen; oft auch über unsere Arbeitszeiten hinaus“, sagt Ronny Bliefert.

Weiterhin informierte sich Minister Lauinger über die Tätigkeitsfelder der Arbeitnehmer/-innen bei der GeAT AG und in welchen Branchen diese eingesetzt sind.   Die GeAT AG stellt einen Spiegel der Thüringer Wirtschaft dar und bedient mit 15 Niederlassungen und Servicebüros im Freistaat ein flächendeckendes Portfolio über zahlreiche Branchen, Kundenunternehmen und Partner. Insbesondere interessierten den Minister die Einsatzbereiche der Arbeitnehmer/-innen aus dem EU- sowie außereuropäischen Ausland. „Der Großteil unserer Arbeitnehmer/-innen mit Migrations- und Fluchthintergrund ist in ungelernten Bereichen angestellt. Der Grund hierfür liegt nicht nur an der oft nicht ausreichend vorhandenen Qualifikation der Arbeitskräfte, sondern auch an den hohen organisatorischen Hürden, die sich beispielsweise mit dem Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse auftun.“ so Florian Meyer. „Die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt müssen stimmen.“

Die Anerkennungsverfahren für ausländische Schul- und Berufsabschlüsse müssen beschleunigt werden und eine Nachqualifizierung bzw. der Nachweis der im Ausland  erworbenen Kenntnisse muss einfacher gestaltet werden. Ein einfaches Beispiel hierfür ist die Anerkennung des Führerscheins, der im Ausland erworben wurde und in Deutschland oftmals nicht zulässig ist. Des Weiteren fehlen oft auch die finanziellen Mittel zur Anschaffung und zum Unterhalt eines Fahrzeuges. Hier bietet die GeAT AG Hilfestellung in Form eines Fahrdienstes, der die Arbeitnehmer/-innen in ihre Einsatzunternehmen und zurück bringt und sichert somit die Zukunft der Angestellten und die Wirtschaftskraft ihrer Kundenunternehmen, insbesondere in ländlichen Gebieten. „Wir machen keine klassische Zeitarbeit sondern verstehen uns als sozialverträglicher und integrativer Arbeitgeber im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung. Für uns zählt die Hilfeleistung für Arbeitssuchende genauso viel wie der unternehmerische Erfolg“, sagt Diethard Nolte.

Ein weiterer wichtiger Baustein sind die aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen, wie der Aufenthaltsstatus der Bewerber/-innen und ihre Arbeitserlaubnis. Vor allem hier muss auf Landesebene eingewirkt werden, da sich die Arbeitsgenehmigungen von Landkreis zu Landkreis formal und inhaltlich sehr stark unterscheiden und aus diesem Grund häufig nicht vergleichbar sind. Um Rechtssicherheit auf beiden Seiten – Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber – zu gewährleisten muss eine einheitliche Regelung geschaffen werden.